Als nationales inter- und transdisziplinäres Netzwerk fördert das Forum das Wissen und den Diskurs über Landschaft und landschaftsverändernde Prozesse. Dabei schliesst es Berggebiete und ihr Umland, (peri-)urbane und ländliche Regionen sowie die Wechselbeziehungen zwischen diesen Räumen mit ein.mehr

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Parkforschung

Die Schweizer Pärke von nationaler Bedeutung zeichnen sich durch schöne Landschaften, reiche Biodiversität und hochwertige Kulturgüter aus. Als Modellregionen der nachhaltigen Entwicklung, in denen ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen gleich gewichtet und gefördert werden, sind sie ideale Referenz- und Präferenzgebiete für die Forschung. Neben der vergleichenden Forschung spielen sie für die angewandte, transdisziplinäre und transformative Forschung eine wichtige Rolle.

Die Koordinationsstelle Parkforschung Schweiz ist am Forum Landschaft, Alpen, Pärke (FoLAP) angesiedelt. Sie unterstützt und koordiniert im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt die Forschung in, um und über Schweizer Pärke und UNESCO-designierte Gebiete (Weltnaturerbe, Biosphärenreservate, Geoparks) auf nationalem Level, indem sie Forschende und Forschungsverantwortliche in den Pärken vernetzt, relevante Themen identifiziert und die Forschungsprojekte in einer öffentlichen Datenbank erfasst. Alle zwei Jahre organisiert die Parkforschung zudem eine Tagung, um die Community aus Wissenschaft und Praxis, die Forschungsprojekte in Schweizer Pärken realisiert, zusammenzubringen und den Austausch zu fördern. Die Aufgaben werden von der Begleitgruppe Parkforschung strategisch begleitet.

Forschen in, um und über Schweizer Pärke & UNESCO-Gebiete

Die steht bei übergeordneten Fragen zu Koordination, Themen und existierenden Arbeiten gerne zur Verfügung. Sie unterstützt bei der Wahl von Regionen und Pärken sowie bei der Kontaktaufnahme mit den Forschungsverantwortlichen in den Pärken. Wann immer Sie in, um oder über einen Schweizer Park, ein Biosphärenreservat, ein Welterbegebiet, einen Geopark forschen, bitten wir Sie, mit dem Parkmanagement Kontakt aufzunehmen. Die Kontaktangaben der forschungsverantwortlichen Person finden Sie am einfachsten über die Datenbank Parkforschung: Auf der Karte den betreffenden Park anklicken. Dann folgen Details zum Park und die Kontaktangaben. Diese und weitere Informationen finden Sie in unserem Merkblatt für Forschende.

Themen – Marktplatz und Inspiration

Der Themenkatalog (2012) der Parkforschung stellt Forschungsthemen von übergeordnetem Interesse für mehrere Pärke und Schutzgebiete vor.

Anlässlich der 6. Tagung Parkforschung 2025 hat das Netzwerk Schweizer Pärke eine Übersicht mit offenen Forschungsfragen zu Tourismus und Naherholung aus Sicht der Praxis zusammengestellt.

Projektunterstützung

Das FoLAP fördert gezielt Projekte im Kontext der FoLAP-Kernthemen. Die Projektunterstützung bietet der Zielgruppe eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit und leistet einen angemessenen Beitrag für die Umsetzung. Die Anschubfinanzierung ermöglicht zudem, Geld für das Ausarbeiten eines Projektantrags zuhanden weiterer Geldgeber zu beantragen. Teilnahmeberechtigt sind Schweizer Institutionen aus Forschung, Planung, Verwaltung, Praxis sowie Privatpersonen. Gewünscht sind Kooperationen zwischen Forschung und Praxis. Die Ausschreibung erfolgt einmal jährlich. Projekte zu Pärken sind willkommen.
Hier finden Sie eine Liste der bestehenden Fördergefässe in den Themenbereichen Landschaft, Alpen, Pärke.

Kontakt

Dr. Elisa Frank
SCNAT
Forum Landschaft, Alpen, Pärke (FoLAP)
Haus der Akademien
Postfach
3001 Bern


Schweizer Pärke und UNESCO-designierte Gebiete verfolgen Ziele in der Erhaltung von Natur-, Landschafts-, und Kulturwerten sowie der wirtschaftlichen Entwicklung, Bildung und Forschung. In der Schweiz gibt es vier verschiedene Parkkategorien: Schweizerischer Nationalpark, Nationalpark der neuen Generation, Regionaler Naturpark, Naturerlebnispark. Dazu gesellen sich UNESCO-designierte Gebiete, die international anerkannt sind: Biosphärenreservate, Weltnaturerbegebiete, Geoparks (noch kein Projekt in der Schweiz). Diese Park- und Gebietstypen verfolgen die genannten Ziele in unterschiedlichem Masse:

  • Schweizerischer Nationalpark: Sicherstellen der freien Entwicklung der Natur, Bildung und Sensibilisierung, Forschung
  • Nationalpark der neuen Generation (aktuell kein Projekt in der Schweiz): Sicherstellen der freien Entwicklung der Natur (Kernzone), Fernhalten negativer Einflüsse auf die Kernzone (Umgebungszone), Naturnahe Bewirtschaftung der Kulturlandschaft (Umgebungszone), Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in der Region (Umgebungszone), Bildung und Sensibilisierung (ganzer Park), Forschung (ganzer Park)
  • Naturerlebnispark: Sicherstellen der freien Entwicklung der Natur (Kernzone), Fernhalten negativer Einflüsse auf die Kernzone (Umgebungszone), Angebot von diversen Naturerlebnissen (Umgebungszone), Sensibilisierung und Bildung (ganzer Park)
  • Regionaler Naturpark: Erhaltung und Aufwertung der Kultur- und Naturlandschaft, Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in der Region, Bildung und Sensibilisierung
  • UNESCO Biosphärenreservate: Erhaltung und Aufwertung der Kultur- und Naturlandschaft, Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in der Region, Bildung und Sensibilisierung, internationale Kooperationen, Forschung
  • UNESCO Weltnaturerbegebiete: Schutz der AUW (Aussergewöhnliche Universelle Werte) und Monitoring, Bildung und Sensibilisierung, internationale Kooperationen, Forschung

Der Schweizerische Nationalpark sowie die UNESCO Biosphärenreservate und Weltnaturerbegebiete sind aufgrund ihres Status und rechtlicher Grundlagen verpflichtet, Forschung zu fördern und zu koordinieren. In den Regionalen Naturpärken und den Naturerlebnispärken ist dies freiwillig. Die Themen Monitoring und Erfolgskontrolle gewinnen für alle Gebietstypen als Teil der Forschungsaktivitäten zunehmend an Bedeutung.

Details und weitere Informationen zu den Schweizer Pärken:

Aktuelle Forschung in den Pärken

  • Im Reallabor Jurapark Aargau (2023–2026) experimentieren Interessierte aus den 31 Jurapark-Gemeinden zusammen mit Forschenden diverser ETH-Institutionen zu Massnahmen, um die nachhaltige Entwicklung vor Ort zu stärken und zu fördern. Es werden mehrere Realexperimente zu den Themen Wasser, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft durchgeführt.
  • Das Forschungsprojekt ValPar.CH untersuchte in 4 Pilotpärken die Werte der ökologischen Infrastruktur – interdisziplinär und partizipativ. Der Synthesebericht «Vielfältige Werte der Natur» (2025) präsentiert die zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen des Forschungsprojekts. In einem nächsten Schritt werden die gewonnenen Erkenntnisse in thematischen Handlungsleitfäden für die Arbeit von Kantonen und Gemeinden konkretisiert.
  • Im Rahmen der Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES 2) wurden zusätzlich Bewohner der Schweizer Pärke zu ihrer Einstellung zur Landschaft befragt. Die Resultate sind im WSL-Bericht zu finden.
  • Die Berner Pärke nahmen über die Wyss Academy, Hub Bern, am Projekt Naturparkstationen teil. Naturparkstationen sollen in den Berner Naturpärken Nachhaltigkeit greifbar und erlebbar machen und sie im Bewusstsein von Gästen und Bevölkerung verankern.