Wie sieht die Nutzung der Freiräume in Pandemiezeiten aus?

Im Zuge der Innenentwicklung steigt der Druck auf Erholungsräume in Städten. Insbesondere erhöht sich der Druck auf die Freiräume, welche der Erholung der BewohnerInnen dienen. Eine solche Entwicklung wirft die Frage auf, ob die noch vorhandenen Freiräume in Städten der Nachfrage gerecht werden können. Gerade in Pandemiezeiten, wie beispielsweise der COVID-19 Pandemie, wenn öffentliche Freiräume beschränkt zugänglich sind, kann die Wichtigkeit der Erholungsinfrastruktur sichtbar gemacht werden. Jüngst erhobene Daten zum Mobilitätsverhalten vor und während der Pandemie von SchweizerInnen zeigen die Bedeutung von Freiräumen in Städten auf und leiten Planungsempfehlungen ab.

Urbane Freizeitanlage gesperrt während der COVID-19 Pandemie

Freiräume in Städten bieten wichtige Ökosystemdienstleistungen. Sie tragen nicht nur zur Lärmreduktion, der Regulation des Mikroklimas oder der Luftreinhaltung bei, sondern bieten als Freizeitinfrastruktur einen Ort für Erholungssuchende. Spazieren als Freizeitaktivität fördert zudem die Gesundheit und das Wohlbefinden der StadtbewohnerInnen. Neben der individuellen Fitness beeinflusst es die Verbindung der Menschen zu spezifischen Orten und kann dadurch die AnwohnerInnen zum Engagement in Nachbarschaften motivieren.

Damit die Interaktion der Menschen mit Freiräumen, insbesondere in Pandemiezeiten, besser verstanden werden kann, wollen die Forschenden anhand der Daten des Forschungsprojekts «Mobilitätsverhalten in der Schweiz (MOBIS)» und dessen Weiterführung «MOBIS: COVID-19» die Nachfrage sowie das Angebot an Erholungsräumen abbilden und vertieft untersuchen. Dazu werden sie die Landschaft anhand von Erholungsindikatoren typologisieren. Durch eine quantitative und georeferenzierte Netzwerkanalyse wird die Verknüpfung der für die Erholung geeignetsten Landschaften mit der Nachfrage an Freiräumen dargestellt. Diese Analyse bietet die Möglichkeit, einen Freiraumversorgungsgrad vor und während der COVID-19 Pandemie zu berechnen.

Der zeitliche, räumliche und soziodemografische Vergleich der Nutzung der Erholungsräume ermöglicht schliesslich Aussagen zur Bedeutung von Freiräumen als Freizeitinfrastruktur. Durch den Versorgungsgrad werden Gebiete mit Potenzial zur Aufwertung der Freiräume ausgewiesen. Im Kontext zukünftiger Herausforderungen, wie das Bevölkerungswachstum, das verstärkte Pandemierisiko oder der erhöhte Druck auf Freiräume in innerstädtischen Gebieten können die Resultate der Untersuchungen für die zukünftige Stadt- und Raumentwicklung genutzt werden.

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